Einleitung wieder einblenden
SNCTP000002300

EINE ZWEITEILIGE LÜCKENLOSE, MULTIZENTRISCHE, RANDOMISIERTE, PLACEBOKONTROLLIERTE, DOPPELBLINDE STUDIE ZUR UNTERSUCHUNG DER SICHERHEIT, VERTRÄGLICHKEIT, PHARMAKOKINETIK, PHARMAKODYNAMIK UND WIRKSAMKEIT VON RO7034067 BEI PATIENTEN MIT SPINALER MUSKELATROPHIE TYP 2 UND 3.

Datenbasis: BASEC (Import vom 19.09.2017)
Geändert: 13.09.2017

Zusammenfassende Beschreibung der Studie (Datenquelle: BASEC)

Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust spezifischer Nervenzellen gekennzeichnet ist, was zu Muskelschwäche und deutlicher Beeinträchtigung der Motorik führt. Diese seltene Krankheit ist die Hauptursache für die genetisch bedingte Sterblichkeit bei Säuglingen und Kleinkindern. Ihre Häufigkeit liegt bei 1 zu ca. 11.000 Lebendgeburten, die Trägerfrequenz wird auf 1 zu 50–70 Personen geschätzt. Die Daten zu RO7034067 können daher nur durch den Einschluss Minderjähriger in die klinische Prüfung gewonnen werden. Da der medizinische Bedarf sehr hoch ist, sind zurzeit mehrere Wirkstoffe in der Erforschung sowohl in klinischen als auch in nicht-klinischen Studien. Die zurzeit verfügbare Behandlungen sollen Begleiterkrankungen vorbeugen und behandeln wie z.B. Entwicklungsstörungen, chirurgische und nicht-chirurgische Behandlung der Skoliose und Kontrakturen, Lungenhygiene, nicht-invasive Beatmung, Unterstützung in der Mobilität und beim Sitzen, Physio- und Arbeitstherapie. Üblicherweise sollen die Behandlungen unterstützend wirken, mit dem Ziel die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und den Grad der Behinderung zu verringern.

Untersuchte Krankheiten (Datenquelle: BASEC)

Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine autosomal-rezessive neuromuskuläre Erkrankung, die durch den fortschreitenden Verlust spinaler Motoneuronen gekennzeichnet ist, was zu Muskelschwäche und Beeinträchtigung der Motorik führt. Diese seltene Krankheit ist die Hauptursache für die genetisch bedingte Sterberate bei Säuglingen und Kleinkindern. Ihre Inzidenz (Häufigkeit) liegt bei 1 zu ca. 11.000 Lebendgeburten, die Trägerfrequenz wird auf 1 zu 50–70 Personen geschätzt. Die Ursache von SMA ist eine homozygote Deletion (95 % aller Fälle) oder Mutation des SMN1 (Survival of Motor Neuron, Motoneuron-Überleben)-Gens auf Chromosom 5q (Genort 5q13), das für SMN codiert, ein essenzielles Protein, das sowohl in Nervenzellen als auch in Gliazellen exprimiert wird. Menschen verfügen über zwei SMN-Gene, das SMN1-Gen und das paraloge SMN2-Gen. Andere Spezies verfügen nur über ein SMN-Gen, das dem humanen SMN1-Gen entspricht. Aufgrund der translational synonymen C->T-Mutation an Nukleotid 6 in Exon 7 verläuft das Spleissen der SMN2-prä-mRNA anders, genauer gesagt unter Ausschluss von Exon 7 in 85−90 % der reifen SMN2-Transkripte, was ein instabiles SMNΔ 7-Protein ergibt, das schnell zerfällt. SMN2-mRNA in voller Länge wird also nur bei 10−15 % aller Spleissereignisse hergestellt. Da SMA-Patienten nur über das SMN2-Gen verfügen, ist die Konzentration des SMN-Proteins bei ihnen deutlich herabgesetzt. Die Wiederherstellung der SMN-Protein-Konzentration bei SMA-Patienten durch Modulation des SMN2-Spleissens zugunsten des Einschlusses von Exon 7 in das mRNA-Transkript zur Erhöhung der Expression des vollständigen Proteins durch das SMN2-Gen ist ein vielversprechender Therapieansatz für SMA.

Untersuchte Intervention (z.B. Medikament, Therapie, Kampagne) (Datenquelle: BASEC)

Zweiteilige Studie zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit des Prüfmedikaments RO7034067 und der Verstoffwechselung des Prüfmedikaments RO7034067 bei Patienten mit spinaler Muskelatrophie Typ 2 und 3 (SMA). RO7034067 ist ein Prüfmedikament. Prüfmedikament bedeutet, dass es von der Schweizer Zulassungsbehörde noch nicht zugelassen worden ist. Studien mit Menschen und Tieren haben gezeigt, dass RO7034067 bei der Behandlung von SMA nützlich sein könnte. RO7034067 soll die Fehlfunktion bei der Bildung des für den Erhalt der motorischen Neuronen notwendigen SMN Proteins beeinflussen, so dass sich durch die Behandlung mit RO7034067 die Menge an SMN2 Protein erhöht und dadurch die schleichende Zerstörung der Motorischen Nervenzellen verlangsamt wird. Als Teil dieser Studie werden Patienten entweder ein Placebo oder RO7034067 mit dem Wirkstoff erhalten. Das Placebo sieht genau wie das Prüfmedikament aus, enthält aber keinen Wirkstoff. Patienten werden nach dem Zufallsprinzip (wie bei einem Münzenwurf) entweder zum Erhalt des aktiven Wirkstoffs oder Placebo zugewiesen. Die Studie ist doppelt verblindet, d.h. weder Patient noch Prüfarzt wissen ob der Patient/ die Patientin Placebo oder den Wirkstoff erhält. Die Studie wird weltweit durch geführt und besteht aus einem Teil 1 und Teil 2. In Teil 1 wird die Dosis des Prüfmedikaments für Teil 2 bestimmt. In der Schweiz wird nur Teil 2 durchgeführt. Nachdem die Patienten die Behandlung von Teil 2 abgeschlossen haben und vorausgesetzt die Studienergebnisse sprechen für RO7034067 (also gesamthaft gesehen legen die Ergebnisse nahe, dass der Nutzen bzw. mögliche Nutzen die Nebenwirkungen und möglichen Risiken überwiegen) ist vorgesehen, den Patienten die Weiterbehandlung mit RO7034067 als Teil einer offenen Verlängerungsphase der Studie anzubieten. Dies bedeutet, dass die Patienten dann das Prüfmedikament und kein Placebo mehr erhalten werden. Folgendes wird in Teil 2 untersucht: - Prüfung ob eine 12-monatige Behandlung mit RO4034067 im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit SMA Typ 2 oder Typ 3 Auswirkungen auf die motorischen Funktionen (Fähigkeit sich zu bewegen) hat. Die Patienten werden gebeten, eine Reihe von Übungen zu absolvieren, darunter das Bewegen der Beine, Arme, Hände, des Kopfes und anderer Körperteile. Die Bewertung erfolgt anhand von Skalen. - Untersuchung ob eine 12-monatige Behandlung mit RO7034067 sich auf die Atemfunktion auswirkt anhand standardisierter Atemtests. - Untersuchung des Anteils der Patienten, bei denen bis einschließlich Monat 12 eine Verschlechterung des Krankheitsbilds eintritt. Dies wird anhand vordefinierter Kriterien bestimmt. - Untersuchung der Wirkung von RO7034067 auf die vom Patienten berichtete Lebensqualität nach Monat 12 anhand von Fragebögen: Patient und Bezugsperson werden gebeten, Fragebögen auszufüllen, wie Sie sich seelisch und körperlich fühlen, wie sich die SMA auf das Leben und die Gesundheit, auch bezüglich sozialer und familiärer Aspekte, auswirkt. - Untersuchung ob die Einnahme on RO7034067 Auswirkungen auf das Sehvermögen hat. Dies wird anhand verschiedener Augenuntersuchungen ermittelt - Untersuchung, ob RO7034067 Auswirkungen auf das Herz hat. Dazu wird ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt. Damit misst man die elektrische Aktivität des Herzens. - Für Laboranalysen sind Blutentnahmen und Urinproben erforderlich. Anhand von Blutproben: o Durchführung genereller Tests zum allgemeinen Gesundheitszustand, darunter Blut, Leber, Nieren, Immunsystem und Hormone. Ausserdem wird bezüglich Auswirkungen des Prüfmedikaments auf den Körper geprüft. o Durchführung von Tests an Genen (DNA), von denen bekannt ist, dass sie mit SMA und den Genen, die mit dem Abbau des Prüfmedikaments im Körper zu tun haben, zusammenhängen. Diese Probe dient zudem unter Umständen für weitere Forschungen bezüglich SMA und die Entwicklung neuer Tests für SMA-Patienten in Zukunft. o Durchführung von Biomarker-Tests spezifisch für Patienten mit SMA. Biomarker sind biologische Moleküle im Blut, die man messen kann, um festzustellen, wie gut der Körper auf die Behandlung anspricht. Diese Proben dienen zudem unter Umständen ebenfalls für weitere Forschungen bezüglich SMA und die Entwicklung neuer Tests für SMA-Patienten in Zukunft. o Tests, um zu messen, wie viel des Prüfmedikaments sich im Körper befindet und wie der Körper mit dem Prüfmedikament umgeht.

Kriterien zur Teilnahme an der Studie (Datenquelle: BASEC)

a) Männliche und weibliche Patienten im Alter von 2–25 Jahren (zum Zeitpunkt der Voruntersuchung). b) Für Teil 1: SMA Typ 2 oder SMA Typ 3 (mobil oder nicht mobil). Für Teil 2: SMA Typ 2 bzw. SMA Typ 3 (nicht mobil). „Nicht mobile“ Patienten sind definiert als Patienten, die nicht ohne Hilfe (also ohne Stützapparat, ohne Hilfsmittel wie Gehstöcke, Krücken oder Orthesen bzw. ohne Aufstützen/Halten an einer zweiten Person) mindestens 10 Meter weit gehen können. c) Negativer Schwangerschaftstest bei der Voruntersuchung (alle Patientinnen im gebärfähigen Alter, auch Patientinnen mit Tubenligatur) sowie Vorliegen des Einverständnisses, eine Schwangerschaft mit entsprechenden Massnahmen zu verhüten und Einschränkungen hinsichtlich Samenspenden zu beachten.

Ausschlusskriterien (Datenquelle: BASEC)

a) Gleichzeitige oder frühere Teilnahme an einer investigativen Arzneimittelprüfung oder Gerätestudie in den letzten 90 Tagen vor der Voruntersuchung bzw. innerhalb eines Zeitraums von 5 Halbwertszeiten der Studienmedikation (längerer Zeitraum massgeblich). b) Gleichzeitige oder frühere Verabreichung eines gegen SMN-2 gerichteten Antisense-Oligonukleotides, eines SMN2-Splicing-Modulators oder einer Gentherapie in einer klinischen Studie oder als Teil der medizinischen Versorgung. c) Stillende Patientinnen

Studiendurchführungsorte

Durchführungsorte in der Schweiz (Datenquelle: BASEC)

Basel

Kontakt für weitere Auskünfte zur Studie

Angaben zur Kontaktperson in der Schweiz (Datenquelle: BASEC)

F. Hoffmann-La Roche Ltd.
+41-67-688 1111
global.rochegenentechtrials@roche.com

Weitere Studienidentifikationsnummern

BASEC ID (Datenquelle: BASEC)

2017-00184