Einleitung wieder einblenden
SNCTP000002466

Effekte von Koffein auf Schlaf, kognitive Leistung und zerebrale Korrelate bei Jugendlichen

Datenbasis: BASEC (Import vom 19.09.2018)
Geändert: 13.02.2018
Krankheitskategorie: Anderes

Zusammenfassende Beschreibung der Studie (Datenquelle: BASEC)

Viele Jugendliche schlafen nicht genug. Dies wurde auf Dissonanzen zurückgeführt zwischen biologischen Reifungsprozessen des Schlaf-Wach-Systems in der Pubertät und den sozialen Anforderungen, welchen Jugendliche gerecht werden müssen (z.B. frühe Schul- oder Arbeitszeiten). Gleichzeitig konsumieren etwa 80% der Jugendlichen Koffein und der Koffeinkonsum nahm in den letzten Jahren drastisch zu, möglicherweise wegen der leistungssteigernden Effekte, die der Substanz zugeschrieben werden. Die aktuelle Evidenz legt jedoch nahe, dass regelmässiger Koffeinkonsum die Intensität des Tiefschlafs von Jugendlichen reduzieren könnte, was wiederum mit einer erhöhten Schläfrigkeit und Leistungsminderung einhergehen könnte. In diesem Zusammenhang ist zudem von Bedeutung, dass neuronale Prozesse während des Tiefschlafs mit Gedächtnisbildung und Gehirnreifung in der Pubertät in Verbindung gebracht werden. Dementsprechend gibt es Hinweise aus einer Tierstudie, dass eine regelmässige Gabe von Koffein in der Jugend die Reifung des Gehirns verzögern könnte. Bisher liegt jedoch keine experimentelle Studie im Humanbereich vor, die Koffeineffekte auf Schlaf und Kognition sowie zerebrale Korrelate bei koffein-konsumierenden Jugendlichen systematisch untersucht.
Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, den Einfluss von Koffein bei jugendlichen Koffeinkonsumenten auf zerebrale Korrelate von Schlaf und Kognition zu untersuchen.

Untersuchte Krankheiten (Datenquelle: BASEC)

Die Studie untersucht, ob Koffein die Leistung und den Schlaf von gesunden Jugendlichen verändert und welche Mechanismen im Gehirn solchen Veränderungen zugrunde liegen könnten.

Seltene Krankheit (Datenquelle: BASEC)

Nein

Untersuchte Intervention (z.B. Medikament, Therapie, Kampagne) (Datenquelle: BASEC)

Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, den Einfluss von Koffein bei jugendlichen Koffeinkonsumenten auf Schlaf und Gedächtnisleistung zu untersuchen. Um dies zu erreichen, wird das folgende Studiendesign realisiert: Jeder Studienteilnehmer nimmt dabei an zwei Terminen teil. An einem Termin bekommt er eine Tablette mit Koffein (die Dosis entspricht in etwa der Dosis einer kleinen Dose eines herkömmlichen Energydrinks oder einer Tasse Kaffee), am anderen Termin bekommt er eine identisch aussehende Tablette, die jedoch kein Koffein enthält (ein sogenanntes Placebo). Die Reihenfolgen der Termine sind zufällig und weder der Versuchsleiter noch der Studienteilnehmer wissen, was für eine Tablette verabreicht wird (sogenanntes doppel-blindes Studiendesign). Dies hat den Vorteil, dass die gemessenen Effekte nicht damit zusammenhängen, dass man eine gewisse Erwartung an die Wirkung von Koffein oder Placebo hat. Mithilfe der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) wird dann die Blutsauerstoffversorgung des Gehirns gemessen. Zudem werden mittels Elektro-Enzephalographie (EEG) Hirnströme während der Wachheit und während des Schlafs aufgezeichnet, um Effekte des Koffeins auf den Tiefschlaf auszuwerten. Weiterhin werden durch einfache Tests und Fragebögen die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis untersucht, sowie Schläfrigkeit und Wohlbefinden erfragt. Der Stand der inneren Uhr wird durch Speichelproben gemessen, in welchen die Hormone Melatonin und Kortisol erfasst werden.

Der genaue Ablauf der Studie ist wie folgt:
Die wissenschaftliche Untersuchung dauert insgesamt ca. zwei Wochen. In der gewohnten Umgebung hält der Studienteilnehmer über diese Dauer einen festen Schlaf-Wach-Rhythmus ein (etwa 8 h Schlaf pro Nacht), der mittels einer speziellen Armbanduhr aufgezeichnet wird. Zudem werden die Studienteilnehmer gebeten, während dieser Zeit kein Koffein zu konsumieren (d.h. zum Beispiel keinen Kaffee, keine Energydrinks, Cola oder Schwarztee zu trinken und keine Schokolade oder kakaohaltige Lebensmittel zu essen etc.). Jeden Abend geben die Studienteilnehmer in der gewohnten Umgebung eine Probe des Fingerschweisses ab, um die Koffein-Abstinenz überprüfen zu können. Jeweils am Ende einer Woche, kommen die Studienteilnehmer am Abend ins Unispital und verbringen eine Nacht im Schlaflabor, wo sie entweder eine Tablette mit Koffein oder eine Tablette ohne Koffein (Placebo) einnehmen. Nach der Einnahme werden die Blutsauerstoffversorgung des Gehirns, Hirnströme, Hormonausschüttung, Leistungsfähigkeit, Schlaf und Wohlbefinden gemessen werden.

Kriterien zur Teilnahme an der Studie (Datenquelle: BASEC)

Einschlusskriterien sind:
• Alter: 14-17 Jahre
• Geschlecht: männlich
• Koffeinkonsum: 80 pro Monat – 300 mg pro Woche
• Body-Mass-Index: 16.2-25.4

Ausschlusskriterien (Datenquelle: BASEC)

Ausschlusskritrien sind
• Linkshändigkeit
• Chronische oder beeinträchtigende medizinische Erkrankung
• Drogenkonsum
• Schichtarbeit <3 Monate vor Studienbeginn
• Transmeridiane Reise (>2 Zeitzonen) <1 Monat vor Studienbeginn
• Extremer Chronotyp
• Lang- oder Kurzschläfer (subjektive Schlafdauer während Schultagen kürzer oder länger als 8±2 Stunden)
• Unfähigkeit, sich an die Anweisungen zu halten
• Umstände, die die Sicherheit des Teilnehmers im MRT gefährden würden (z.B. metallische Prothesen)

Studiendurchführungsorte

Durchführungsorte in der Schweiz (Datenquelle: BASEC)

Basel

Kontakt für weitere Auskünfte zur Studie

Angaben zur Kontaktperson in der Schweiz (Datenquelle: BASEC)

Carolin Reichert
+41 61 325 5508
carolin.reichert@upkbs.ch

Weitere Studienidentifikationsnummern

BASEC ID (Datenquelle: BASEC)

2017-02118