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Implizite und explizite Motive in der Behandlung von Negativsymptomen bei Psychosen: eine randomisierte Kurzinterventionsstudie.

Datenbasis: BASEC (Import vom 11.12.2018)
Geändert: 05.12.2018
Krankheitskategorie: Geistes- und Verhaltenskrankheiten

Zusammenfassende Beschreibung der Studie (Datenquelle: BASEC)

Die Studie untersucht eine psychotherapeutische Intervention bei Negativsymptomen, welche im Rahmen einer Schizophrenie bzw. einer Psychose auftreten können. Die Intervention basiert auf impliziten und expliziten Motiven, welche menschliche Motivation und folglich das Verhalten beeinflussen.
Wir führen diese Studie durch, um zukünftig Negativsymptome bei Patienten, die stationär in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich behandelt werden, besser therapieren und gegebenenfalls reduzieren zu können. Das übergeordnete Ziel dieser Studie ist es zudem, besser zu verstehen, mit welchen psychologischen Faktoren Negativsymptome zusammenhängen. Bisher gibt es nur wenige Behandlungsmethoden, die innerhalb des stationären Klinikaufenthalts nachweislich einen Effekt haben. Eine funktionierende Therapiemethode könnte für die Behandlung jedoch sehr wichtig sein, da Negativsymptome oft der Grund sind, weshalb es länger dauert bis Patienten im alltäglichen Leben wieder Fuss fassen können. Zudem gibt es kaum Medikamente, die gegen Negativsymptome helfen.
Eine solche psychotherapeutische Methode möchten wir in dieser Studie bei Patienten der Psychiatrischen Universitätsklinik mit Hilfe von Fragebögen und drei gezielten therapeutischen Gesprächen untersuchen. Insgesamt sieht die Studie vor, in den nächsten 1.5 Jahren rund 100 stationäre Patienten zu behandeln.

Untersuchte Krankheiten (Datenquelle: BASEC)

Negativsymptomatik bei psychotischen Erkrankungen.
Unter Negativsymptomen bei Psychosen fasst man motivationale Defizite, Rückzug aus sozialen Kontakten, die Unfähigkeit, Freude und Lust zu empfinden sowie Gefühls- und Sprachverarmung.

Seltene Krankheit (Datenquelle: BASEC)

Nein

Untersuchte Intervention (z.B. Medikament, Therapie, Kampagne) (Datenquelle: BASEC)

Die Intervention findet innerhalb von drei Wochen statt und umfasst insgesamt sieben Termine plus einen Nachsorge-Termin rund vier Wochen nach Ende der Intervention. Alle Termine finden in der Psychiatrischen Universitätsklinik statt.
Ziel dieser therapeutischen Intervention ist es, die Negativsymptome zu reduzieren. Dafür sollen Erinnerungen, die in einem Zusammenhang mit bestimmten Motiven (z.B. Leistungsmotiv, Bindungsmotiv, Machtmotiv) stehen, geweckt werden. Motive beeinflussen die Auswahl der alltäglichen Ziele und sie haben Einfluss auf den Prozess, den Menschen auf dem Weg zu diesen Zielen investieren. Eine positive Zukunftserwartung wird durch positive Erfahrungen aus der Vergangenheit erhöht und fördert damit auch die Motivation, das Verhalten auf ein bestimmtes Ziel auszurichten. Die Aktivierung positiver Erinnerungen aus dem autobiographischen Gedächtnis könnte somit ein möglicher Weg sein, um Motivation zu verstärken.
Mit den Patienten der Interventionsgruppe werden innerhalb von zwei Wochen drei Termine vereinbart. Mittels einer Adaption des Autobiographischen Gedächtnistests AMT (Williams et al., 1996) werden die Teilnehmer aufgefordert, sich an spezifische, emotional positiv assoziierte Ereignisse aus der Vergangenheit zu erinnern, welche in Zusammenhang mit bestimmten Motiven stehen (insbesondere mit dem Leistungsmotiv). Die Erinnerungen werden mittels einer Imagination mit unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen exploriert, beschrieben und schriftlich festgehalten. Auf Basis dieser Erinnerungen werden Zukunftsbilder konstruiert und diskutiert, die wiederum mit den Motiven zusammenhängen und realistisch stattfinden können. Die Patienten werden zusätzlich gebeten, zwischen den Sitzungen Aufgaben zu erledigen, um die besprochenen Inhalte aufzufrischen und ggf. weiterzuentwickeln. Die Patienten der Kontrollgruppe erhalten ebenfalls drei Gespräche, welche jedoch in Form von supportiven Gesprächen gestaltet werden, deren Inhalte weitestgehend von den Patienten festgelegt werden. Beide Interventionen finden zusätzlich zu der Standart-Behandlung der Klinik statt. Die Zuteilung der Patienten zu den beiden Gruppen findet zufallsbedingt (wie ein Münzwurf) statt.
Jeweils vor und nach der Intervention werden Negativsymptome, Motive, Wohlbefinden, Funktionsniveau, Hoffnung auf Genesung und anderen Co-Variablen gemessen.

Kriterien zur Teilnahme an der Studie (Datenquelle: BASEC)

- männliche und weibliche Patienten, die in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich hospitalisiert sind, im Alter von 18 bis 65 Jahren
- ICD-10 Diagnose einer psychotischen Erkrankung (F2)
- Klinisch relevante negative Symptome
- Einverständniserklärung mit Unterschrift
- Urteilsfähigkeit bei der Entscheidung über die Studienteilnahme
- Fliessend Deutsch sowie in der Lage, die Anweisungen zu verstehen

Ausschlusskriterien (Datenquelle: BASEC)

- Florid positiv-psychotische Symptome (gemessen mit PANSS

Studiendurchführungsorte

Durchführungsorte in der Schweiz (Datenquelle: BASEC)

Zürich

Kontakt für weitere Auskünfte zur Studie

Angaben zur Kontaktperson in der Schweiz (Datenquelle: BASEC)

Rahel Horisberger
+41 (0)44 384 29 18
rahel.horisberger@puk.zh.ch

Weitere Studienidentifikationsnummern

BASEC ID (Datenquelle: BASEC)

2018-00916